Doppelspaltexperiment ganz einfach

Messung der Wellenlänge des Lichtes
von Stefan Wentzel aus Herten

Ein Freihandexperiment, welches es mit einfachsten Mitteln ermöglicht, die Wellenlänge des Lichtes zu messen, oder die Gitterkonstante von Seide oder Gardinen.
Auf Grundlage einer Anregung von L. Pekárek, M. Rojko,
Union der tschechischen Mathematiker und Physiker Prag - Physikalische wissenschaftliche Sektion in Ihrem Video: "Wellen um uns herum"

Beschreibung des Experimentes
In eine Alufolie werden 2 kleine Löcher, möglichst dicht nebeneinander, möglichst gleich groß gestochen. Dies macht man, in dem man ein Blatt Papier auf eine harte Unterlage (Glas) legt und darauf die Folie .Mit einer spitzen Nadel reibt man nun die Löcher hinein. Diese Folie hält man nun dicht vor ein Auge. Brillenträger können ruhig ihre Brille abnehmen. Durch die Löcher sieht man auf eine kleine und/oder weit entfernte Lichtquelle. Gut geeignet sind elektrische Weihnachtskerzenketten mit kleinen Kerzen in 3-4m Entfernung. Man sieht die Glühbirnen unscharf verbreitert und von regelmäßigen dunklen Strichen durchzogen. Das Doppelspaltinterferenzmuster! Wenn es nicht klappt: mit neuen Löchern noch mal probieren!

Messung der Wellenlänge
Im Folgenden werden nicht die Grundlagen der Wellenoptik erläutert. Nähere Informationen zu Begriffen wie Interferenz u.ä. können z.B. Eugen Hecht: Optik entnommen werden.

Der Öffnungswinkel der Lichtstrahlen ist stark übertrieben gezeichnet. Dadurch scheint es, daß die Augenlinse bei diesem Versuch eine Rolle spielt. Dies ist nicht der Fall. Die Abmessungen der Löcher und auch ihr Abstand ist so gering, daß es sich praktisch um Zentralstrahlen handelt, die von der Linse nicht beeinflußt werden. F bezeichnet also weniger die Brennweite des Auges, als viel mehr nur den Abstand von der Alufolie zur Netzhaut. Deshalb können Brillenträger auch ohne jeden Verlust bei diesem Versuch auf ihre Brille verzichten.
Die beiden Strahlen in der Zeichnung, die von den Löchern auf die Netzhaut fallen, suggerieren eine Abbildung nach Art der Strahlenoptik. Sie sollen aber nur den Weglängenunterschied zwischen den beiden Wellen, die sich hinter den Löchern ausbreiten, am Ort des Interferenzmusters (auf der Netzhaut) sichtbar machen.
Hinter den beiden Löchern breitet sich je ein Lichtkegel in Richtung Netzhaut aus. Der Öffnungswinkel dieser Kegel ist abhängig von der Größe der Löcher: kleine Löcher bedeuten großer Öffnungswinkel und damit großes Beugungsbild, aber auch wenig Licht.
Links des Auges sind die Interferenzstreifen angedeutet. Sie erscheinen im unscharfen Bild der Lichtquelle, so daß ein Abstand a dieser Streifen, wie er in der Entfernung erscheint, geschätzt werden kann; a ist also ein scheinbarer Abstand. Der reale Abstand A auf der Netzhaut kann nicht direkt gemessen werden. Durch den Vergleich mit einem Maßstab, der am Ort der Lichtquelle angebracht wird kann diese Schätzung genauer werden. Dies ist aber nur notwendig, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht schätzen können.
Die Änderung des Weglängenunterschiedes der interferierenden "Strahlen" beträgt zwischen zwei Interferenzstreifen gerade eine Wellenlänge l. Für kleine Winkel gilt dann:

l/d=A/F

Der reale Abstand a der Interferenzstreifen ergibt sich aus dem Strahlensatz:

A/F=a/L

denn das Gehirn wertet das Netzhautbild so aus, als würde sich das Licht gradlinig ausbreiten. Dies ist aus der Skizze nicht zu erkennen. Hier kann das Schlagwort Abbildungsgesetze der Lochkamera oder Größenkonstanz (aus der Verrechnung von Sehwinkel und Abstand) fallen. Damit haben wir die Wellenlänge.

l=d*a/L

In die Wellenlänge geht also der Abstand der beiden Löcher ein, und nicht deren Größe. Diese bestimmt über die Größe des Beugungsbildes die Anzahl der sichtbaren Interferenzstreifen mit. Diese Messung kann nur eine Abschätzung sein, zumal nur eine mittlere Wellenlänge des sichtbaren Spektrums gemessen werden kann. Aber die Größenordnung kommt sicher richtig heraus. Und wen interessiert denn mehr! Und das alles mit so geringem Aufwand!


Zahlenbeispiel:
d = 0,3mm; L = 3m; scheinbarer Abstand zweier Minima: a = 5mm
Das ergibt: l = 0,5µm = 500nm
Bitte schön!!!!!
Messung von "Gitterkonstanten"
Wenn die Wellenlänge bekannt ist, kann mit dem gleichen Versuch, aber einem anderen Gitter, die Gitterkonstante dieses Gitters bestimmt werden. Solche Gitter sind z.B. Seidentücher. Der Abstand der einzelnen Fäden ergibt sich dann zu

d=l*L/a


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